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Scheidungsquote für Standesämter

Die Standesämter im Iran dürfen demnächst nicht mehr als eine bestimmte Zahl von Scheidungen bewilligen. Dies gab der Chef des Verbands der Standesbeamten, Ali Mozafari, am Samstag bekannt. Die Quote sei pro Provinz festgelegt worden und beruhe auf der durchschnittlichen Scheidungsquote des Zentrums der jeweiligen Provinz plus zwanzig Prozent.

Die neue Regelung diene „der Umsetzung der allgemeinen Politik der Islamischen Republik Iran sowie der Gerechtigkeit“ und komme „der Absicht des religiösen Oberhaupts, Ali Khamenei, zur Verringerung der Ursachen der Scheidung“ nach, so der Verband. Die Neuregelung ist demnach seit dem 25. Januar rechtskräftig.

Laut offiziellen Angaben hat die Scheidungsrate im Iran in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen. Während 2008 jede achte Ehe geschieden wurde, kam 2018 auf 3,1 Eheschließungen eine Scheidung, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim am Samstag.

Scheidung wird im Iran vom Klerus und den konservativen Schichten der Gesellschaft als ein Zeichen der „moralischen Dekadenz“ geächtet. Vor allem geschiedene Frauen werden schlecht angesehen und behandelt.

Das religiöse Oberhaupt des Landes, Ali Khamenei, sowie soziale und kulturelle Institutionen werben seit Jahren für mehr Eheschließungen und höhere Geburtenraten. Der erwünschte Boom blieb jedoch unter anderem wegen der wirtschaftlichen Misere im Iran bisher aus.

Experten warnen vor „frisierten Zahlen“ und raten zur Bekämpfung der sozio-ökonomischen Ursachen von Scheidungen.

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