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Protest gegen Zeitarbeit

Mehr als 500 Arbeiter protestieren seit mehr als vier Tagen vor der petrochemischen Fabrik „Tabriz Petrochemical Company“ in der Stadt Tabriz, im Nordwesten des Iran, gegen Zeitverträge und niedrige Löhne. Das meldete die iranische  Nachrichtenagentur ILNA am Donnerstag.

Die Arbeiter fordern feste Arbeitsverträge. Durch Zeitverträge bekämen sie für die gleiche Arbeit nur ein Viertel des Lohns, den Festangestellte bekämen. Dies sei diskriminierend, so die Protestierer. Am Donnerstag reichten sie beim Tabrizer Arbeitsgericht deshalb Klage gegen ihren Arbeitgeber ein. Mit Beginn des iranischen Jahr am 20. März hatte der Hunderten Arbeitern verboten, die Fabrik zu betreten, nachdem diese sich geweigert hatten, erneut auf ein Jahr befristete Arbeitsverträge zu unterschreiben, so ILNA.

Iranische Gewerkschaftler und Arbeiterorganisationen kritisieren seit langem, dass im Iran immer mehr Arbeitgeber nur befristete Arbeitsverträge vergeben. Offiziellen Angaben zufolge haben bereits 85 Prozent der iranischen Arbeiter sogenannte „weiße Verträge“, die jederzeit ohne Widerspruchsmöglichkeit der Beschäftigten vom Arbeitgeber gekündigt werden können.

Laut aktuellen Angaben vom Oktober 2014 liegt die Armutsgrenze im Iran bei etwa 3 Millionen Tuman, umgerechnet rund 850 Euro Monatseinkommen. Ein einfacher Arbeiter verdient aber maximal 600.000 Tuman, knapp 200 Euro. Demnach leben rund 50 Prozent der iranischen Arbeiter unter der Armutsgrenze.

(fh)