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Millionen-Investition für intelligente Sperrprogramme

Die iranische Regierung hat mit elf Universitäten Verträge in Höhe von insgesamt 32 Millionen Euro abgeschlossen, um die Entwicklung von intelligenten Sperrprogrammen zu fördern. Das teilte der iranische Vizeminister für Kommunikation Ali Asghar Emadian der Nachrichtenagentur ISNA am Sonntag mit. Demnach sollen die Sperrprogramme von Wissenschaftlern so ausgebaut werden, dass soziale Netzwerke nach den „kulturellen und politischen Richtlinien der islamischen Republik“ benutzt und der Zugang zu „unmoralischen Inhalten“ stärker beschränkt werden könnten, so Emadian.

Als „unmoralisch“ gelten dabei unter anderem Angriffe auf den Islam oder die  gesellschaftliche Ordnung des Iran, auf Regierungs- oder andere öffentliche Einrichtungen sowie die Veröffentlichung von freizügigen Fotos. Intelligente Sperrprogramme sollen Profile, die solche Beiträge enthalten, blockieren.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind im Iran seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009 verboten. Trotzdem haben viele iranische Politiker, darunter der Außenminister, der Staatspräsident und sogar Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei selbst, eigene Facebook-Seiten. Millionen privater UserInnen umgehen die Internetsperren mit Anti-Filter-Programmen.

(fh)