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Leidensbrief der Inhaftierten Narges Mohammadi

Die inhaftierte iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi klagt in einem offenen Brief über den hohen Druck und die dramatischen Umstände, unter denen ihre Kinder wegen der staatlichen Verfolgung ihrer politisch aktiven Eltern leben müssen. Mohammadis Schreiben wurde am Dienstag auf der Webseite des iranischen „Zentrums zum Schutz der Menschenrechte“ veröffentlicht.

Bereits mit drei Jahren hätten ihre heute achtjährigen Zwillinge Ali und Kiana miterleben müssen, wie ihre Eltern mitten in der Nacht verhaftet wurden, schreibt die 43-Jährige dort. Am 17. Juli hat ihre Familie Mohammadis Kinder zu ihrem Vater Taghi Rahmani nach Frankreich geschickt. Der Oppositionelle Rahmani emmigrierte 2011 wegen staatlicher Verfolgung nach Frankreich und lebt seitdem in Paris. Mit der Entscheidung erhoffe sie sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder, schreibt Mohammadi.

Schon Anfang Juli hatte die Menschenrechtlerin über massive Einschränkungen für die Gefangenen im Frauentrakt des Teheraner Evin-Gefängnisses geklagt. In der Abteilung befänden sich derzeit 14 Mütter, denen seit Monaten Telefonate mit ihren Familien verweigert würden.

Mohammadi wurde seit 2009 mehrmals verhaftet. 2010 wurde gegen sie eine sechsjährige Haftstrafe wegen “regimefeindlicher Propaganda” verhängt, sie wurde aber aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands gegen Kaution freigelassen. Allein im vergangenen Jahr wurde sie mehr als zehn Mal festgenommen und verhört. Schließlich wurde Mohammadi Anfang Mai dieses Jahres ins Evin-Gefängnis bestellt, um ihre Haftstrafe abzusitzen.

Mohammadi war stellvertretende Leiterin des „Zentrums zum Schutz der Menschenrechte“, einer iranischen Nichtregierungsorganisation, die in Fällen von Menschenrechtsverletzungen unentgeltlich juristische Unterstützung leistete. Das Zentrum ist mittlerweile von der Regierung verboten worden.

(fh)