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Lehrerproteste in mehreren Städten

Tausende LehrerInnen haben am Donnerstag in mehreren iranischen Städten für bessere Bezahlung demonstriert. Das berichtet die Nachrichtenagentur ILNA. Die Proteste fanden zum dritten Tag in Folge in 28 Städten statt. Allein in der Hauptstadt Teheran versammelten sich gestern 3.000 LehrerInnen vor dem iranischen Parlament. Neben einer Lohnerhöhung fordern sie die Freilassung mehrerer inhaftierter Kollegen sowie den Rücktritt des Bildungsministers. In den vergangenen Wochen sind mehrere Aktivisten des iranischen Lehrerverbands im Zuge der Proteste verhaftet und vernommen worden.

Bereits im Februar und März dieses Jahres gab es mehrtägige Lehrerproteste. Der Sprecher des iranischen Berufsverbands der Lehrer, Mahmoud Beheshti Langaroudi, sagte, es gebe Differenzen bei den Gehältern von LehrerInnen und anderen Beamten. Das dürfe nicht sein, da laut Arbeitsrecht für Beamte die Löhne nach Hochschulabschlüssen geregelt seien. Rund 6.000 LehrerInnen unterzeichneten eine Petition, in der sie die Abgeordneten des iranischen Parlaments auffordern, sich für sie einzusetzen.

Im Iran arbeiten etwa eine Million Menschen im Schulwesen. Etwa 55 Prozent von ihnen haben einen Hochschulabschluss. Ein verbeamteter Lehrer am Gymnasium verdient umgerechnet etwa 400 Euro. Zwar wurden die Gehälter kürzlich um 14 Prozent erhöht. Laut den Beschäftigten reicht dies jedoch nicht aus, da die Inflation im Iran derzeit bei 37 Prozent liegt. Daher sind viele Lehrer gezwungen, Nebenjobs auszuüben. Viele arbeiten nebenher als Taxifahrer.

(fh)