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Kritiker*innen des Revolutionsführers festgenommen

Im Iran ist am Montag erneut eine Frauenrechtsaktivistin festgenommen worden. Sie gehörte der Gruppe von Frauen an, die kürzlich in einem offenen Brief den Rücktritt des religiösen Führers des Landes Ali Khamenei und die Änderung der iranischen Verfassung gefordert hatten. 

Zwei weitere der Unterzeichnerinnen des Briefes sollen bereits am Wochenende festgenommen worden sein.

Die vierzehn Frauen hatten die Forderungen jener Aktivist*innen wiederholt, die Anfang Juni „die systematische und verantwortungslose Tyrannei“ im Iran für das Scheitern aller Bemühungen in Richtung Demokratie und Freiheit verantwortlich gemacht hatten. Diese ebenfalls vierzehnköpfige Gruppe aus Aktivist*innen und ehemaligen politischen Gefangenen hatte ebenfalls grundlegende Änderungen der Verfassung angemahnt.

Insgesamt sollen aus beiden Gruppen bislang mindestens neun Unterzeichner*innen festgenommen worden sein. Bei einigen lautet der offizielle Vorwurf, dass sie zwecks „Anregung der Proteste, Unruhestiftung gegen das System und Verbreitung von Unsicherheit“ in die nordostiranische Stadt Mashhad gereist seien. Zudem wurden ihnen „Verbindungen ins Ausland“ vorgeworfen. Die Gruppe hatte sich aus Protest gegen die Festnahme eines Unterzeichners vor dem Amtsgericht in Mashhad versammelt.

Das erste Schreiben der vierzehn Aktivist*innen im Juni hatte eine ganze Reihe von unterstützenden Reaktionen ausgelöst. Auch im Ausland wurden unterstützende Briefe veröffentlicht; unter anderem von einer Gruppe Aktivist*innen im Exil. Auch eine Gruppe von Musikern im Ausland verfasste ein entsprechendes Schreiben. (ia)