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Juristin seit über 70 Tagen in Einzelhaft

Seit mehr als siebzig Tage sitzt die iranische Juristin Ghoncheh Ghavami mittlerweile im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Einzelhaft. Die 25-Jährige war am 20. Juni bei einer Protestaktion iranischer Frauenrechtlerinnen gegen das Zutrittsverbot für weibliche Zuschauerinnen vor dem Azadi-Stadion in der iranischen Hauptstadt festgenommen worden. Die Polizei beschlagnahmte ihre privaten Gegenstände, ließ sie aber zunächst am selben Tag wieder frei. Als Ghavami am 9. Juli zur Polizei ging, um ihre persönlichen Sachen dort abzuholen, wurde sie erneut inhaftiert.

Er habe bisher noch nicht mit seiner Mandantin sprechen können und wisse auch nicht, wie der Vorwurf gegen sie laute, sagte Ghavamis Anwalt Mahmoud Alizadeh Tabatabei dem Online-Portal der „International Campaign for Human Rights in Iran“. Dennoch hofft der Verteidiger nach Gesprächen mit Verantwortlichen auf eine baldige Freilassung Ghavamis gegen Kaution.

Die britische und iranische Staatsbürgerin Ghavami studierte an der Londoner SOAS-Universität Jura und kehrte 2013 in den Iran zurück. In den zehn Wochen ihrer Einzelhaft durfte sie bisher nur einige Male mit ihrer Familie telefonieren, einmal durften ihre Angehörigen sie im Gefängnis besuchen.

(fh)