transparent
Iran Journal Logo
Ein Projekt von Transparency for Iran Logo

Journalistinnen von Frauen-Futsal ausgeschlossen

Laut einer offiziellen Verordnung dürfen sich Journalistinnen im Iran nicht für die Vorbereitungsspiele der iranischen Frauen-Futsalnationalmannschaft gegen das usbekische Team in Teheran akkreditieren lassen. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA am Montag. Umstritten sei, welche Behörde hinter der Entscheidung stecke, so ISNA. Der iranische Fußballverband und das Sportministerium würfen sich gegenseitig vor, dafür verantwortlich zu sein. Die drei Freundschaftsspiele zwischen dem Iran und Usbekistan sollen zur Vorbereitung der Asien-Championsleague 2015 in Teheran stattfinden. Futsal ist die vom internationalen Fußballverband FIFA anerkannte Form des Hallenfußballs.

Damit sind die Bedingungen für die Berichterstattung weiblicher Journalisten über Sportwettberbe von Frauen verschärft worden. Bisher durften Journalistinnen an Frauen-Wettkämpfen teilnehmen, jedoch waren ihre männlichen Kollegen ausgeschlossen. Auch Fotografen und Kameras waren nicht zugelassen.

Dabei müssen sich Fußballspielerinnen im Iran bereits an strenge Kleidernormen halten. Sie dürfen nur in Ganzkörperbekleidung und mit Kopftuch spielen. Nach der islamischen Revolution vor 36 Jahren war Frauenfußball zunächst ganz verboten. Nach jahrelangem Engagement von FrauenrechtlerInnen erlaubten die Verantwortlichen den Frauen, in Hallen zu kicken, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. 2006 fand in Teheran das erste Fußballspiel der iranischen Fußballnationalmannschaft der Frauen in einem Stadion statt. Gegner war das Frauenteam des Berliner Vereins BSV Dersimspor aus Kreuzberg.

(fh)