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Journalistin in Haft

Die Journalistin Sajedeh Arabsorkhi hat am Mittwoch auf Aufforderung der Behörden eine einjährige Haftstrafe im Teheraner Evin-Gefängnis angetreten. Das entsprechende Urteil des iranischen Revolutionsgericht sei in Abwesenheit ihrer Tochter verhängt worden, sagte Arabsorkhis Mutter Maryam Sharbatdar Ghods dem persischsprachigen Nachrichtenportal Rooz am Donnerstag. Ihre Tochter habe keine Gelegenenheit bekommen, sich zu verteidigen. Der Journalistin wird „Propaganda gegen den Staat“ vorgeworfen.

Arabsorkhi war nach ihrem Studium in Frankreich erst nach dem Amtsantritt des gemäßigten Präsidenten Hassan Rouhani im September 2013 in ihre Heimat zurückgekehrt, um ihren damals inhaftierten Vater Feizollah Arabsorkhi, führendes Mitglied der reformorientierten „Organisation der Mudschahidin der Islamischen Revolution“, zu besuchen. Er war nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 zu vier Jahren Haft verurteilt worden und ist derzeit wieder frei. Gleich nach deren Rückkehr aus Frankreich sei ihrer Tochter das Urteil des Revolutionsgerichts zugestellt worden, so Arabsorkhis Mutter: „Sie wusste nicht einmal, dass gegen sie ein Verfahren eingeleitet worden war.“ Der Widerspruch ihres Anwalts sei abgelehnt worden.

In den vergangenen Wochen mussten auch die Journalistinnen Saba Azarpeik, Reyhaneh Tabatabaei, und Marziyeh Rasouli Haftstrafen antreten. Alle drei hatten die Aufforderungen erhalten, obwohl ihre Widerspruchsverfahren gegen die entsprechenden Gerichtsurteile noch nicht abgeschlossen waren.

(fh)