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Zwei Hinrichtungen wegen Finanzbetrug

Am Mittwoch sind in Teheran zwei Männer wegen „schwerer Manipulation des Devisenmarkts“ hingerichtet worden. Die iranische Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) kritisierte die Hinrichtungen in einem offenen Brief scharf. Damit wolle der Staat nicht die Korruption bekämpfen, sondern in der Gesellschaft „Angst und Schrecken verbreiten“, heißt es in dem Schreiben der IHR.

Wahid Mazloumin, einer der beiden Hingerichteten, war Goldhändler. Er war im Juli mit zwei Tonnen Goldmünzen verhaftet worden. Die rund 250.000 Münzen soll er innerhalb von zwei Monaten an- und verkauft haben. Berichten zufolge beliefen sich seine Transaktionen auf mehrere hundert Millionen Dollar. Medien nannten den 56-Jährigen den „Sultan der Münzen“. Der zweite Getötete, Mohammad Ismail Ghasemi, soll am Verkauf der Goldmünzen beteiligt gewesen sein. Die iranische Justiz warf beiden vor, ein „Netzwerk für den An-und Verkauf von Goldmünzen“ gegründet zu haben mit dem Ziel, die iranische  Wirtschaft zu schädigen. Zudem wurden sie beschuldigt, Korruption zu verbreiten, was laut islamischem Recht im Iran als Kapitalverbrechen gilt, das mit Hinrichtung bestraft werden kann.

Durch die Wirtschaftskrise erlebt die iranische Währung seit Monaten ein Rekordtief nach dem anderen. Viele IranerInnen haben aufgrund der Finanzkrise ihr Erspartes in Devisen oder Gold umgetauscht, was zur Vervierfachung des Preises von Goldmünzen geführt hat. Zahlreiche Händler haben versucht, Profit aus der Krise zu schlagen.

(fh)