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Vize-Gesundheitsminister kritisiert Zentralbank

Der iranische Vize-Gesundheitsminister Alireza Raisi hat die einflussreiche Rolle der Tabakmafia in der iranischen Wirtschaftspolitik harsch kritisiert. Angesichts der US-Sanktionen habe die iranische Zentralbank der Verwendung von Dollarreserven zum offiziellen staatlichen Wechselkurs für den Import von Tabak und Zigarettenpapier statt von Medikamenten zugestimmt, kritisierte er.

Im Iran gibt es zwei Wechselkurse, den staatlichen und den auf dem freien Markt. Der offizielle Wechselkurs der Zentralbank liegt derzeit bei 4.200 Tuman pro US-Dollar, während auf dem freien Markt ein Dollar für etwa 9.200 Tuman gehandelt wird. Nach der Talfahrt der iranischen Währung aufgrund der Wirtschaftskrise und der US-Sanktionen hatte die Regierung beschlossen, dass der staatliche Devisenkurs lediglich für „notwendige Waren“ angeboten wird.

Raisi bemängelte, die Zentralbank habe der „Tabakmafia“ für den Import von Zigarettenpapieren 170 Millionen Dollar und für Tabakimporte 16 Millionen Dollar zum staatlichen Kurs bereitgestellt.

Im Iran werden jährlich 19 Milliarden Zigaretten produziert. Nach offiziellen Angaben werden 60 bis 65 Milliarden Zigaretten pro Jahr geraucht, die Hälfte davon wird ins Land geschmuggelt. Laut der Gesellschaft zur Bekämpfung des Rauchens sterben im Iran jährlich 60.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

(fh)