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Wahlforderungen von Frauenrechtlerinnen

Iranische FrauenrechtlerInnen haben in einem offenen Brief ihre Forderungen an den künftigen Präsidenten des Iran sowie die künftigen Stadträte präsentiert, die alle am 19. Mai gewählt werden. Sie verlangen einen verbesserten Zugang von Frauen zum Arbeitsmarkt sowie mehr ökonomische Beteiligungsmöglichkeiten für Frauen, die Aufhebung von diskriminierenden Gesetze, die Zulassung von Frauen als Zuschauerinnen in Fußballstadien und die Abschaffung von Bekleidungskontrollen auf den Straßen durch die Sittenpolizei. Zudem fordern die VerfasserInnen mehr Beteiligung von Frauen in der Politik und die Vergabe von mindestens 30 Prozent von Leitungspositionen im Kabinett und in den Stadträten an Frauen. Der von rund 180 Aktivistinnen unterzeichnete Brief wurde am Sonntag veröffentlicht.

Am Montag kritisierte der amtierende Präsident Hassan Rouhani bei einer Rede in der Stadt Hamadan die Maßnahmen der Hardliner zur Verschärfung der Geschlechtertrennung. „Einige hatten sogar die Idee, auf Gehwegen Mauern zu bauen und so die Geschlechtertrennung einzuführen“, so Rouhani.

Damit griff er seinen Kontrahenten Mohamad Bagher Ghalibaf an. Im Mai 2014 hatte der Teheraner Bürgermeister den Befehl erlassen, in der Stadtverwaltung Geschlechtertrennung einzuführen. Dabei sollten die Arbeitsplätze von Männern und Frauen räumlich getrennt werden, Leitungskräfte sollen möglichst nur männliche Assistenten und Bürokräfte beschäftigen. Ghalibaf begründete dies damit, dass es aus religiöser Sicht nicht angebracht sei, wenn Frauen mehr Zeit mit fremden Männern als mit ihren Ehemännern verbrächten.

(fh)