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Übertragungsverbot empört nicht nur Fußballfans

Iranische Fußballfans haben die Entscheidung des iranischen Staatsfernsehens IRIB, das Bundesliga-Spiel des FC Bayern München gegen Augsburg am Freitagabend nicht zu übertragen, als „beschämend“ kritisiert. IRIB hatte die Übertragung abgesagt, nachdem bekannt geworden war, dass mit Bibiana Steinhaus eine Schiedsrichterin das Spiel pfeifen werde. „Statt das zu verbieten, sollten sie stolz sein, dass eine Frau soweit gekommen ist“, kommentierte ein Facebook-Nutzer. Eine Userin schrieb: „Hoffentlich wird sie bei den WM-Spielen Schiedsrichterin für die iranische Nationalmannschaft sein.“

Für die Absage gab es keine offizielle Erklärung, doch wird vermutet, dass die Kleidung der 39-jährigen Schiedsrichterin – kurze Hosen – der Grund sind. Im iranischen Staatsfernsehen gibt es strenge Vorgaben, wonach Frauen auch beim Sport nur gezeigt werden dürfen, wenn sie den islamischen Bekleidungsvorschriften entsprechend angezogen sind.

Seit der islamischen Revolution vor 40 Jahren müssen iranische Sportlerinnen sich selbst bei Wettkämpfen an Kleidervorschriften wie Kopftuch und Ganzkörperbedeckung halten. Die Regeln gelten auch für die Berichterstattung. In der Regel dürfen Journalistinnen nur über Sportwettkämpfe von Frauen berichten, ihre männlichen Kollegen nur über Männersport. Vor allem Anhänger der ultrakonservativen Organisation Ansare Hizbullah und die Ayatollah-Erevani-Hochschule für Theologie befürworten diese Vorschriften. (fh)

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