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Soltani muss wieder ins Gefängnis

Der Rechtsanwalt Abdolfattah Soltani musste am Sonntag nach 85 Tagen Sonderurlaub wieder ins Teheraner Evin-Gefängnis. Nach dem unerwarteten Tod seiner 27-jährigen Tochter Homa Soltani im August hatte der Inhaftierte zunächst zu seiner Familie zurückkehren können. Die Hoffnung seiner Angehörigen, dass Soltani aufgrund der psychischen Belastung nach acht Jahren Haft vorzeitig entlassen würde, erfüllte sich damit nicht.

Der 65-Jährige sitzt seit dem 10. September 2011 in Haft. Er war wegen „regimefeindlicher Propaganda“, der Gründung des „Zentrums zum Schutz der Menschenrechte“ und der „Annahme eines ungesetzlichen Preises“ zunächst zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe wurde später auf 13 Jahre reduziert. 2009 war Soltani mit dem Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis ausgezeichnet worden.

Soltanis gesundheitlicher Zustand hat sich während der Haft verschlechtert. Er leidet unter anderem an einer chronischen Darmerkrankung und wird laut seinen Ärzten im Gefängnis nicht angemessen medizinisch versorgt.

Inzwischen hat Soltani mehr als zwei Drittel seiner Haftstrafe abgesessen. Ein Antrag auf vorzeitige Haftentlassung, den seine Anwälte Said Dehghan und Ebrahim Sabet Ghadam Anfang März 2018 gestellt hatten, war vom obersten Gericht sofort abgelehnt worden.

(fh)