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Schlagabtausch zwischen Rouhani und Großayatollah

Am Mittwoch haben die zwei iranischen Großayatollahs Nasser Makarem Shirazi und Jafar Sobhani Irans Präsidenten Hassan Rouhani wegen seiner Äußerungen zu islamischen Bekleidungsvorschriften und zur Internet-Zensur harsch kritisiert.

Rouhani hatte am Montag gesagt, die Strategie, den Zugang zu sozialen Netzwerken zu blockieren, sei gescheitert. Zudem hatte er kritisiert, dass nur Frauen wegen Verstößen gegen die islamischen Bekleidungsvorschriften, den sogenannten Hedschab, bestraft würden. Dabei schreibe der Koran auch Männern vor, ihre Blicke auf fremde Frauen zu hüten. Die Kopftuch-Frage unterliege seiner Meinung nach deshalb einer „falschen Interpretation“, so Rouhani weiter: Der Hedschab solle die Ehre der Frauen schützen, diese sollten aber nicht „mit dem Schlagstock“ zu dessen Einhaltung gezwungen werden.

Großayatollah Makarem Shirazi reagierte darauf mit scharfen Worten: „Sie sind der Präsident eines islamischen Staats und nicht eines demokratischen säkularen Landes“, antwortete er Rouhani. Die Hedschab-Frage gehöre zu den wichtigsten Fragen des Landes. Rouhani dürfe nicht seinen Staatseid vergessen, der ihn verpflichte, die islamischen Rechte einzuhalten.

Die ultrakonservative Führung des Iran lehnt eine Lockerung der strengen Bekleidungsvorschriften für Frauen auch 40 Jahre nach der Revolution ab und behauptet, die Mehrheit der Iranerinnen trage den Hedschab freiwillig. Iranische FrauenrechtlerInnen kämpfen trotz Repressalien seit Jahren für eine freie Kleiderwahl für Frauen.

Rouhanis Büro erklärte am Mittwoch, um Missverständnisse auszuräumen und sich nicht durch „politische Gegner“ manipulieren zu lassen, sollten die Kommentatoren die Originalrede des Präsidenten lesen.

(fh)