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Rapper zu Haftstrafe verurteilt

Der iranische Rapper Amir Hossein Maghsoudlou, bekannt als Amir Tataloo, ist am Dienstag wegen „Verbreitung falscher Informationen und unsittlicher Bilder“ zu zwei Jahren Haft und 74 Peitschenhiebe verurteilt worden. Tataloo kann innerhalb der nächsten 20 Tage Einspruch gegen das Urteil erheben.

Der Musiker hatte nach dem Mord an einem siebenjährigen Mädchen deren Eltern in sozialen Netzwerken vorgeworfen, sie hätten ihre Tochter „freizügig bzw. fern von den islamischen Bekleidungsvorschriften erzogen“.  Daraufhin hatten die Eltern gegen ihn geklagt. Gleichzeitig hatten sie andere KünstlerInnen darum gebeten, ebenfalls gegen Tataloo zu klagen.

Die siebenjährige Atena Aslani war am 18. Juni 2017 in der nordwestiranischen Stadt Pars-Abad verschwunden. 20 Tage später fand die Polizei ihre Leiche in einer Farbtonne in einer privaten Autogarage. Laut Gerichtsmedizin war das Mädchen sexuell misshandelt worden. Fünf Tage nach Atenas Verschwinden verhaftete die Polizei einen Anstreicher als mutmaßlichen Täter. Medienberichten zufolge war der Mann wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung vorbestraft. Er hat die Tat gestanden und wurde hingerichtet.

Tataloo ist sehr umstritten. Einerseits wurde er 2016 wegen „Verbreitung westlicher und Sittenlosigkeit“ zu fünf Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Anderseits stellte er sich im Wahlkampf der Präsidentschaftswahl 2017 neben Ebrahim Raeissi, den ultrakonservativen Herausforderer von Hassan Rouhani.

(fh)