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Raisi beschwert sich über Verstöße

Der konservative Präsidentschaftskandidat Ibrahim Raisi hat sich in einem Brief an den Chef des iranischen Wächterrats, Ahmad Janati, über zahlreiche Verstöße gegen die Wahlordnung bei den iranischen Präsidentschafts- und Stadtratswahlen am Freitag beschwert. Diese hätten sich sowohl vor als auch während der Wahlen ereignet, heißt es in dem dreiseitigen Schreiben. Er könne „bei Ungerechtigkeit gegen die Bevölkerung nicht schweigen“, so Raisi, und bitte deshalb den Wächterrat als zuständiges Kontrollgremium, die Fälle zu prüfen. Dem Brief seien Hunderte Seiten Beweismaterial beigefügt, berichten persischsprachige Nachrichtenportale.

Bereits in der Wahlnacht hatte Raisi im Innenministerium persönlich wegen der Wahlverstöße vorgesprochen. Demnach hätten in einigen Provinzen Wahlzettel gefehlt und WählerInnen deshalb stundenlang warten müssen. Dies soll von den Verantwortlichen ignoriert worden sein.

40 Millionen der insgesamt 56 Millionen wahlberechtigten IranerInnen hatten am Freitag an den 12. Präsidentschaftswahlen in der islamischen Republik teilgenommen. Der amtierende Regierungschef Hassan Rouhani wurde mit 23,5 Millionen Stimmen, rund 57 Prozent, Wahlsieger, und wird damit erneut Präsident. Die zweitmeisten Stimmen bekam Raisi mit 15,7 Millionen.

Raisi bedankte sich nach den Wahlen beim religiösen Führer des Iran, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, für dessen Unterstützung, und bei der Bevölkerung für ihre große Beteiligung an den Wahlen. Dem Wahlsieger Rouhani gratulierte der unterlegene Raisi nicht.

(fh)