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Dutzende Protestierende im Südwesten des Iran verhaftet

Persischen Menschenrechtsportalen zufolge sind in der vergangenen Woche in der südwestiranischen Provinz Khuzestan bis zu 160 DemonstrantInnen festgenommen worden. Sie sollen laut den Berichten vom Montag bei Protestversammlungen in Ahwaz, Abadan, Mahshar und Khoramshahr verhaftet worden sein.

Auslöser der Proteste war eine Folge der bekannten Kinder-TV-Serie „Kolah Ghermezi“ am 22. März, die verschiedene Volksgruppen des Iran in ihren traditionellen Kleidern auf einer iranischen Landkarte präsentierte. Dort hatte die Figur, die die arabische Volksgruppe im Südiran darstellen sollte, keine traditionelle arabische Kleidung an. Die iranischen Araber protestierten deshalb gegen die „Beleidigung und Diskriminierung“ ihrer Volksgruppe.

Nach Augenzeugenberichten sollen die Sicherheitskräfte Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstrierenden eingesetzt haben.

Unterdessen hat sich der Produzent der Serie, Mohammad Zaeran, bei seinen Kritikern entschuldigt. Ihm zufolge sollte ab dem 29. März eine Puppe in arabischer Tracht eingesetzt werden. Da in dieser Region auch die Volksgruppe der Loren lebe, habe man die Puppe zunächst in deren Kleidung dargestellt.

Der Iran ist ein Vielvölkerstaat bestehend aus Persern, Arabern, Azeris, Belutschen, Kurden, Turkmenen und vielen weiteren Volksgruppen. BürgerrechtlerInnen kämpfen seit Jahren für gleiche Rechte, unter anderem das Recht, neben der Amtssprache Farsi auch die eigene Muttersprache in der Schule lernen zu können.

(fh)