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Protest gegen Konzertverbote

500 iranische KünstlerInnen und MusikerInnen haben das iranische Kulturministerium in einem offenen Brief dazu aufgefordert, vor Gericht gegen Konzertverbote zu klagen. Der Brief wurde am Montag auf mehreren persischsprachigen Nachrichtenportalen veröffentlicht. „Es ist gesetzeswidrig, offiziell genehmigte Konzerte plötzlich und willkürlich zu verbieten“, schreiben die VerfasserInnen. Zudem verlangen sie, dass das Ministerium für den durch die Verbote entstandenen Schaden haften soll.

Zuletzt war am vergangenen Freitagabend ein Konzert des bekannten Sängers und Komponisten traditioneller iranischer Musik Shahram Nazeri und seines Sohnes Hafez Nazeri in der iranischen Stadt Ghouchan unerwartet untersagt worden. Zudem wurden in den vergangenen Tagen die Konzerte vom Hamed Homayoun in der Stadt Yazd und vom Fereydoun Asraei in der Stadt Karaj auf Anordnung der Staatsanwaltschaft kurzfristig abgesagt.

In Folge der neuen Verbotswelle hat die Abgeordnete Parvaneh Salahshouri versprochen, die „Einmischung von Staatsanwälten“ in der parlamentarischen Kulturkommission zur Debatte zu stellen.

Dass die Justiz Konzerte verbietet, obwohl diese über eine Genehmigung des zuständigen Kulturministeriums verfügen, hat seit 2014 im Iran extrem zugenommen. Betroffen sind alle Musikrichtungen von traditioneller bis zu Pop-Musik, vor allem Gruppen mit weiblichen Musikerinnen oder Sängerinnen.  Im Iran sind etwa 50 Prozent der Musikschaffenden weiblich.

(fh)