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Musiker*innen protestieren

2.000 Musiker*innen haben in einem offenen Brief an den Kultusminister und das Parlament der Islamischen Republik Iran gegen die „Einmischung“ der Regierenden in das Kunstschaffen protestiert.

Es sei an der Zeit, dass die Verantwortlichen in der Regierung ihre sicherheitspolitischen Maßnahmen gegen die Musik und andere Kunstarten beendeten, verlangen die  Unterzeichner*innen. Sie warnen vor „dem Tag, an dem nichts mehr von der iranischen Identität und Kultur übrig bleibt“.

Anlass des Briefes ist ein Gesetz, das im Februar vom Parlament verabschiedet wurde. Danach soll 10 Prozent der Gewinne aller Konzerte in iranischen Großstädten an den Staat gezahlt werden.

Das islamische Regime kontrolliert seit seinem Entstehen im Jahr 1979 die gesamte Kultur- und Kunstszene im Iran. Das Ministerium für Kultur und islamische Führung hat seitdem die Aufgabe, Kunst und Kultur des Landes vollkommen zu islamisieren und „nicht-islamische“ Bestrebungen zu unterbinden.

Musizieren ist unter den schiitischen Geistlichen umstritten. Während manche Ayatollahs nicht-fröhliche Musik als unproblematisch ansehen, beharren andere darauf, dass nur religiöse Gesang in Begleitung bestimmter Instrumente erlaubt sei.

Frauen dürfen seit der Gründung der Islamischen Republik überhaupt nicht solo singen. Ihre Stimme verführe die Männer, so die Begründung. Erst vor zehn Tagen wurde eine Frau wegen Singens vor gemischtem Publikum angeklagt. (fp)

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