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Ayatollahs erzwingen Rücktritt

Der Leiter des Büros des iranischen Kulturministeriums in der Stadt Ghom, Abbas Daneshi, ist am Sonntag zurückgetreten. Grund ist die massive Kritik mehrerer Großayatollahs an Daneshi wegen eines „unmoralischen“ Konzerts.Anfang Oktober hatten einige Ayatollahs der Pilgerstadt in einem offenen Brief dem Ministerium vorgeworfen, „unmoralische Konzerte“ genehmigt zu haben.

Abbas Daneshi, selbst ein Kleriker, verteidigt die von ihm erteilten Genehmigungen. Das kritisierte Konzert Ende September habe „islamischen Werten und Normen“ entsprochen. Allerdings hätten am Ende der Veranstaltung „einige Frauen, die sich nicht ganz an die islamischen Kleidungsvorschriften“ gehalten hätten, Fotos von sich aufgenommen, die in die Hände der Großayatollahs gelangt seien und „für den großen Ärger gesorgt haben“, so der Ministeriumsvertreter.

Seit Monaten gibt zwischen den Ultrakonservativen und der Regierung Streit über Konzertveranstaltungen im Iran. Ende August hatte der iranische Präsident Hassan Rouhani  die politische Hardliner kritisiert. Es könne nicht angehen, dass „über Nacht irgendwelche neuen Entscheidungen im Namen der Religion“ getroffen und damit „gegen das Gesetz gehandelt“ werde, sagte Rouhani.

Nun ist nach der Provinz Khorasan die Pilgerstadt Ghom der zweite Ort, an dem sich Ayatollahs für ein Konzertverbot aussprechen. Im Sommer hatte der Freitagsprediger der Pilgerstadt Mashhad, Ahmad Alamolhoda, gesagt, solche Veranstaltungen widersprächen der „islamischen Kultur der Bevölkerung“. Daraufhin hatte der Staatsanwalt der Provinz ein im August geplantes Konzert des Musikers Salar Aghili untersagt und zunächst alle in der Provinz anstehenden Konzerte verboten. (fh)

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