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Neue Fragen zu Mord an iranischen Atomwissenschaftlern

Wie der Abgeordnete Mahmoud Sadeghi am Mittwoch auf Twitter berichtete, hat die iranische Regierung an 53 Personen, die 2012 in Zusammenhang mit den Morden an mehreren iranischen Atomwissenschaftlern verhaftet worden waren, Schmerzensgelder ausgezahlt, da deren Schuld nicht nachgewiesen werden konnte. Sadeghi hatte Informationsminister Mahmoud Alavi am Dienstag zur Befragung vor die parlamentarische Kommission für nationale Sicherheit geladen.

Bei den zwischen 2010 und 2012 verübten Attentaten auf vier Wissenschaftler, die an der Entwicklung des iranischen Atomprogramms beteiligt waren, kamen Masoud Ali-Mohammadi, Majid Shahriari und Dariush Rezainejad ums Leben, Freidoun Abbasi Davani kam mit leichten Verletzungen davon.

Aussagen von Maziar Ebrahimi, der zu den 2012 nach den Attentaten Verhafteten gehörte, haben nun eine neue Debatte um die damaligen Mordanschläge entfacht. Ebrahimi hatte am 03. August in einem Interview mit BBC Farsi gesagt, Agenten des iranischen Geheimdienstes hätten ihn und elf andere Gefangene gefoltert, damit sie im Fernsehen gestehen, dass sie die Taten in Zusammenarbeit mit israelischen Geheimagenten begangen hätten.

Ebrahimi, der 2014 freigelassen wurde und seit Februar 2019 in Deutschland lebt, sagte auch, er und andere seien nach zwei Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem eine andere Regierungsbehörde herausgefunden habe, dass die Anschuldigungen gegen sie vom Geheimdienstministerium erfunden worden waren. Nach dem BBC-Interview mit Ebrahimi kündigte der iranische Informationsminister Mahmoud Alavi eine Pressekonferenz an, die jedoch bisher nicht stattgefunden hat.

Laut Sadeghi hat Minister Alavi auch vor der Kommission „keine zufriedenstellende Antwort“ zu den „Zwangsgeständnissen und Folterungen“ gegeben – lediglich, dass nach der Untersuchung der Fälle einige Verantwortliche ermahnt worden seien.

(fh)