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Zehntausende verlassene Dörfer

Rund 33.000 Dörfer sind im Iran in den vergangenen 50 Jahren von ihren BewohnerInnen verlassen worden. Das sagte der Verantwortliche für die Entwicklung der Dörfer beim Amt des iranischen Präsidenten, Abolfazl Razawi, am Donnerstag. Die Bevölkerung sei in die Städte gezogen, so Razawi.

Während im Jahr 1965 noch 68 Prozent der IranerInnen in Dörfern lebten, waren es 2010 nur noch 28 Prozent. Jetzt will die Regierung die Landbevölkerung mit Subventionen dazu bewegen, in den Dörfern zu bleiben. „Wenn 200 Familien auf einem Dorf eine wirtschaftliche Gemeinschaft gründen, wird der Staat sie mit den notwendigen Maschinen im Wert von vier Milliarden Tuman (umgerechnet 1,25 Millionen Euro) ausrüsten“, kündigte Razawi an. Bisher seien 168 solcher Wirtschaftsgemeinschaften in mehreren Provinzen mit staatlichen Mitteln gefördert worden.

Einer der Gründe für die Landflucht der vergangenen Jahrzehnte sind fehlende Perspektiven für junge Menschen auf dem Land. Durch die Binnenwanderung haben sich um viele Großstädte Armenviertel gebildet. Laut offiziellen Angaben leben mittlerweile etwa elf Millionen IranerInnen in solchen Randbezirken.

(fh)