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Kritik an Spionagevorwürfen gegen Umweltschützer

Untersuchungen hätten gezeigt, dass die von der Justiz erhobenen Spionagevorwürfe gegen iranische Umweltschützer falsch seien. Das sagte Isa Kalantari, der Leiter der iranischen Umweltschutzbehörde, am Dienstag. Die Regierung hatte einen vierköpfigen Untersuchungsausschuss aus Mitarbeitern des Justiz-, des Innen- und des Informationsministeriums sowie einem Rechtsberater des Präsidenten damit beauftragt, die Verhaftungen mehrerer Umweltschützer zu untersuchen. „Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Inhaftierten unschuldig sind und freigelassen werden müssen“, so Kalantari.

Seit Februar wurden in verschiedenen iranischen Städten Dutzende UmweltschützerInnen verhaftet, denen „Spionage für ausländische Feinde“ vorgeworfen wird.

Diese Repressalien hatten auch dazu geführt, dass der Umweltexperte und Vize-Chef der iranischen Umweltbehörde, Kaveh Madani, im April seinen Posten aufgegeben und den Iran verlassen hat. UmweltschutzaktivistInnen würden dort aufgrund „fehlenden Verantwortungsbewusstseins und mangelnden Wissens“ der Verantwortlichen für Probleme verantwortlich gemacht und als Spione bezeichnet, twitterte Madani damals.

Zuvor hatte bereits der Tod des inhaftierten iranisch-kanadischen Umweltexperten Kavous Seyed Emami für Empörung gesorgt. Emami, Gründer und Chef der Persian Wildlife Heritage Foundation (PWHF), war im Januar mit sechs weiteren UmweltschützerInnen festgenommen worden. Die Justiz warf ihnen vor, „unter dem Deckmantel des Umweltschutzes“ strategische Informationen gesammelt und an Ausländer weitergegeben zu haben. Zwei Wochen später wurde Seyed Emamis Familie mitgeteilt, er habe sich in seiner Zelle erhängt. Seine Angehörigen fordern, die Todesursache von einer unabhängigen Organisation aufklären zu lassen.

(fh)