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Keine Frau auf Rouhanis Kabinettsliste

Auf der Kabinettsliste des wiedergewählten iranischen Präsidenten Hassan Rouhani steht keine einzige Frau. Rouhani hat die Namensliste mit Vorschlägen für 17 von insgesamt 18 Ministerposten drei Tage nach seiner offiziellen Vereidigung dem iranischen Parlament vorgelegt. Laut Gesetz müssen die Abgeordneten das Kabinett billigen und haben nach Erhalt der Liste eine Woche Zeit, darüber zu debattieren.

Auf der Liste des im Mai zu einer zweiten Amtszeit gewählten Rouhani sind bekannte Namen, darunter der amtierende Außenminister Mohammad Javad Zarif und Ölminister Bijan Namdar Zanganeh. Neu besetzen will Rouhani die Ministerposten für Verteidigung, Kommunikation, Energie, Wirtschaft, Bildung, Justiz und Kultur. Der Vorschlag für das Wissenschaftsministerium sei noch offen, meldeten Nachrichtenagenturen am Dienstag.

Dass keine Frau auf der Liste des als gemäßigt geltenden Präsidenten auftaucht, sorgte für heftige Kritik in den sozialen Netzwerken. Rouhani hatte im Wahlkampf versprochen, sich für die Gleichberechtigung von Frauen einzusetzen und weibliche Führungskräfte zu fördern.

Anfang Mai hatten 180 iranische FrauenrechtlerInnen in einem offenen Brief mehr Beteiligung von Frauen in der Politik und die Vergabe von mindestens 30 Prozent der Leitungspositionen im Kabinett und in den Stadträten an Frauen gefordert. Am 19. Juli hatten auch 157 Abgeordnete von Rouhani verlangt, für sein neues Kabinett auch Ministerinnen zu ernennen.

(fh)