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Inhaftierter Derwisch-Anhänger in U-Haft getötet

Mohammad Raji, ein Anhänger der Gonabadi-Derwische, soll nach heftigen Schlägen während eines Verhörs in Untersuchungshaft ums Leben gekommen sein. Das schrieb das persischsprachige Nachrichtenportal der Gonabadi-Derwische, Majzouban-e Nour, am Sonntag unter Berufung auf Rajis Familie. Demnach war diese am Sonntagvormittag zur Polizeidirektion Shahpour in Teheran bestellt worden. Dort wurde den Angehörigen zunächst mitgeteilt, Raji liege im Koma. Einige Stunden später hieß es, er sei durch Schläge während eines Verhörs gestorben. Seine Familie will den Vorfall rechtlich verfolgen.

Der 56-jährige Raji war bei Protesten von Gonabadi-Derwischen vor zwei Wochen in Teheran mit dreihundert weiteren Personen festgenommen worden. Auch sein Sohn Mohammadreza Raji sitzt in Haft.

Am 19. Februar hatten sich Dutzende AnhängerInnen der Gonabadi-Derwische vor der Polizeidirektion des Teheraner Bezirks Pasdaran versammelt und die Freilassung von Nematullah Riyahi gefordert. Der 70-jährige Anhänger der Gonabadi-Derwische, der an einer schweren Herzkrankheit leidet, wurde Mitte Februar verhaftet. Die Versammlung eskalierte, als die Polizei versuchte, die DemonstrantInnen mit Schlagstöcken und Tränengas zu vertreiben. Laut Majzouban-e Nour mussten 170 Gonabadi-Derwische schwer verletzt in Krankenhäuser eingeliefert werden. Bei den heftigen Auseinandersetzungen waren drei Polizisten und ein Mitglied der Basiji-Miliz getötet worden. Ein Bus hatte die Sicherheitskräfte überfahren. Der Sprecher der iranischen Sicherheitskräfte, Said Montazeralmahdi, machte die Protestierenden für die tödliche Attacke verantwortlich.

Die Gonabadi-Derwische betrachten sich als schiitische Muslime, folgen aber nicht dem religiösen Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, sondern ihren eigenen Ordensleitern. Zahlreiche ihrer AnhängerInnen sitzen in Haft.

(fh)