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50 Millionen illegale Bankkonten

Laut dem iranischen Justizminister gibt es in der Islamischen Republik etwa 50 Millionen illegale Bankkonten. Dies schade der Wirtschaft des Landes und stelle Irans Bankensystem in Frage, teilte Mostafa Pour-Mohammadi der Presse mit.

Dem Minister zufolge kann man die wahren Inhaber der meisten illegalen Konten nicht ausfindig machen. Pour-Mohammadi befürchtet, dies zeige „ein unschickliches Bild von der inneren Situation unseres Landes“ auf. Er betonte die „ernste Absicht“ der Regierung zur Bekämpfung von Korruption und Geldwäsche. Doch „die Unordnung im Finanzsystem“ sei dabei ein großes Hindernis.

Irans Wirtschaft leidet auch unter illegalen Geldinstituten. Laut offiziellen Angaben gibt es derzeit etwa 6.000 Geld- und Kreditinstitute im Gottesstaat, die ohne Genehmigung der Zentralbank agieren. Vergangenen November hatte Hadi Ghavami, damals Vizepräsident der parlamentarischen Kommission für Planung und Budgetierung, die Umlaufgelder bei illegalen Geldinstituten auf knapp 52 Milliarden Euro geschätzt. Experten vermuten, dass 15 bis 30 Prozent des gesamten Geldumlaufs im Iran keinen Kontrollen unterliegen.

Im Zuge der internationalen Sanktionen gegen das iranische Bankensystem haben in den vergangenen zwölf Jahren viele militärische, polizeiliche und politische Institutionen und religiöse Stiftungen des Landes ihre legalen und illegalen wirtschaftlichen Aktivitäten enorm ausgebaut. Sie nun unter Kontrolle zu bringen, sei eine Herkulesaufgabe, meinen Experten. (fp)

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