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Erneut Arbeiter verhaftet

Am Dienstag sind erneut sechs Arbeiter der Zuckerrohrfabrik Haft Tapeh in der südiranischen Provinz Khuzestan verhaftet worden. Laut Staatsanwaltschaft wurden sie ins Gefängnis der Stadt Dezful gebracht.

Die Verhaftungswelle hatte mit dem Streik der Arbeiter*innen der Zuckerrohrfabrik am 9. Mai angefangen. Die Beschäftigten hatten damit gegen ausgebliebene Löhne, Missmanagement, Teilprivatisierung und mangelnde Unterstützung durch den Rat der Arbeiter*innen protestiert. Damals wurden fünf Arbeiter*innen verhaftet und weitere fünfzehn zu Verhören einbestellt.

Der Betriebsrat der Fabrik kritisierte die Verhaftungen und forderte die Freilassung der Inhaftierten. „Statt die Arbeiter*innen festzunehmen und Angst zu schüren, sollten sie deren Forderungen hören“, schrieb der Betriebsrat auf dem Messengerdienst Telegram. Die zwei Arbeiteraktivist*innen Esmail Bakhshi und Sepideh Gholian sitzen bereits seit Januar nach friedlichen Aktivitäten für die Rechte der Arbeitnehmer*innen von Haft Tapeh im Gefängnis.

Iranische Arbeiterorganisationen fordern seit Jahren das Recht auf freie Gewerkschaften. Die Islamische Republik erkennt keine unabhängigen Gewerkschaften an und betrachtet deren Aktivist*innen als Dissident*innen, die von „ausländischen Feinden“ angestiftet würden.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat angesichts der neuen Verhaftungswelle den Iran am Mittwoch aufgefordert, sich an die von der iranischen Staatsführung unterschriebenen internationalen Rechte zu halten, die auch das Recht auf die Gründung von Gewerkschaften garantieren.

(fh)