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Regierung verteilt elektronische Lebensmittelkarten

Die iranische Regierung will an rund 10 Millionen IranerInnen eine elektronische Lebensmittelkarte ausgeben. Das kündigte das Ministerium für Arbeit und Soziales am Sonntag an. KarteninhaberInnen sollen demnach monatlich 100.000 Tuman auf die Rationskarte ausgezahlt werden, um damit Grundnahrungsmittel zu günstigeren Preisen kaufen zu können. Damit wolle die Regierung ärmere Familien in der aktuellen Wirtschaftskrise vorübergehend unterstützen, so die offizielle Erklärung.

Die iranische Regierung sieht das Land in einem Wirtschaftskrieg. Die US-Regierung glaube nach ihrem Austritt aus dem Atomabkommen, den Iran durch einen psychologischen Krieg zermürben zu können, um das Land erneut an den Verhandlungstisch zu bringen, heißt es aus Teheran.

Durch die Wirtschaftskrise erlebt die iranische Währung seit Monaten ein Rekordtief nach dem anderen. Neben den Devisenkursen steigen täglich die Preise für den Lebensunterhalt, manche Artikel werden bereits zur Mangelware. Mitte August hat die Regierung 25 Lebensmittel, unter anderem Reis, Weizen, Fleisch, Geflügel, Eier und Öl, auf eine Liste gesetzt, nach der Händler diese Waren zum staatlichen Devisenkurs einführen können. Mit der elektronischen Lebensmittelkarte können Artikel von dieser Liste gekauft werden.

Im Iran gibt es zwei Wechselkurse. Den offiziellen bestimmt die staatliche Zentralbank. Mitte April hatte diese, um den Sturz der iranischen Währung aufzuhalten, einen festen Wechselkurs von 4.200 Tuman für einen Dollar festgelegt. Auf dem – illegalen – freien Markt wird ein Dollar derzeit für etwa 15.000 Tuman gehandelt.

(fh)