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Dutzende Tote bei Unglück in Kohlebergwerk

Bei einem Unglück in einem iranischen Kohlebergwerk sind am Mittwoch  mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Bereits am Mittwochabend bargen Rettungskräfte 21 Tote, bei denen es sich nach offiziellen Angaben nicht um die verschütteten Kumpel handelte, sondern um andere Arbeiter, die zur Rettung ihrer Kollegen in den Stollen gestiegen waren.

Das Unglück ereignete sich in der Mine Semestanjurt bei Asad Shahr in der Provinz Golestan etwa 400 Kilometer nordöstlich von Teheran. Bei einer Gasexplosion stürzte ein Teil eines mehr als tausend Meter langen Stollens ein. 30 verletzte Bergleute wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Zwölf weitere konnten sich unverletzt aus dem Bergwerk retten. Rettungskräfte versuchten die ganze Nacht über, die Verschütteten zu retten, und pumpten Sauerstoff in den Stollen. Die Suche nach den Männern, die in 1000 bis 1500 Metern Tiefe festsitzen, dauert aktuell noch an. Wegen der hohen Gaskonzentration unter Tage gestalteten sich die Arbeiten schwierig, wie ein Vertreter der Einsatzkräfte sagte. Zudem befürchten die Helfer eine erneute Explosion durch die hohe Konzentration von Kohlenmonoxid.

Experten kritisieren die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in dem Kohlebergwerk, in dem rund 500 Arbeiter beschäftigt sind. Dort wurden auch immer wieder Löhne der Arbeiter bis zu sieben Monaten zu spät bezahlt.

Das Unglück könnte Präsident Hassan Rouhani, der sich bei der Wahl am 19. Mai um eine zweite Amtszeit bewirbt, politisch Schaden zufügen. Auf Webseiten konservativer Medien wird der Regierung vorgeworfen, zu spät Hilfe zum Bergwerk geschickt zu haben. Rouhani sandte Arbeitsminister Ali Rabii zum Unglücksort und richtete einen Krisenstab zu Überwachung der Rettungsarbeiten ein.

(fh)