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Empörung über Auspeitschungen von Arbeitern

Zwei iranische Arbeiterverbände aus der ostiranischen Provinz Aserbaidschan Sharghi haben in einem offenen Brief die Auspeitschung von siebzehn Zeitarbeitern der Goldmine Agh Dareh scharf kritisiert. Das berichtete die Nachrichtenagentur ILNA am Dienstag. Die Arbeiter waren zu den Peitschenhieben verurteilt worden, nachdem sie gegen Massenentlassungen protestiert hatten. Die Einmischung der Justiz in die Aktivitäten von Verbänden sei falsch, schreiben die Verfasser. Nach ihrer Auffassung hätte das Arbeitsministerium mit Vertretern der Regierung sowie der Arbeitgeber und Arbeitnehmer über das Problem verhandeln müssen.

Im Januar 2015 hatte die Firma Poya Zarkan 350 Zeitarbeiter entlassen, die für die zweitgrößte Goldmine des Iran, Agh Dareh, gearbeitet hatten. Mehrere Arbeiter hatten dagegen protestiert. Sie wurden verhaftet, nachdem der Arbeitgeber sie wegen „Produktionsbehinderung durch Unruhe“ angezeigt hatte. Das Gericht verurteilte fünf der 17 Arbeiter zu 100 Peitschenhieben und 37 Monaten Haft, zwei zu 50 Peitschenhieben und 37 Monaten Haftstrafe und neun zu 30 Peitschenhieben und einem Bußgeld von 500.000 Tuman, umgerechnet 150 Euro. In Mai wurden die Auspeitschungen vollstreckt.

Der Rechtsanwalt der Verurteilten, Vahid Yari, sagte in der vergangenen Woche, der Arbeitgeber habe inzwischen seine Klage zurückgenommen. Daher habe das Gericht die Haftstrafen gegen die sieben Angeklagten aufgehoben.

(fh)