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Appelle zum Frauentag

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März haben 20 Menschenrechtsgruppen aus dem Ausland Verantwortliche im Iran in einem offenen Brief aufgefordert, Repressalien gegen MenschenrechtsaktivistInnen zu beenden. Vor allem kritisiert der Brief, dass inhaftierten Frauen, die nach der „Rechtmäßigkeit von Hinrichtungen“ ihrer Angehörigen gefragt hatten, deshalb „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ vorgeworfen wurde. Der Brief wurde auf persischsprachigen Nachrichtenportalen im Ausland veröffentlicht.

Eine der betroffenen Frauen ist die seit 2010 inhaftierte Oppositionelle Maryam Akbari-Monfared, die zuletzt im Oktober 2016 in einem offenen Brief aus dem Gefängnis gefordert hatte, die Hintergründe der Hinrichtungen ihrer vier Geschwister während der Massenhinrichtungen im Iran in den Achtzigerjahren aufzuklären. Damals wurden drei Brüder und eine Schwester Akbari-Monfareds exekutiert, obwohl keine Todesstrafe gegen sie verhängt war.

Der iranische Schriftstellerverein ehrte zum Weltfrauentag ebenfalls in einem offenen Brief alle iranischen Autorinnen für ihren „unermüdlichen Kampf gegen die Zensur“. Es gebe Schriftstellerinnen, die „sogar wegen unveröffentlichter Werke verhaftet worden sind“, so die VerfasserInnen. In dem Schreiben wird als Beispiel die Schriftstellerin Golrokh Ebrahimi Iraee genannt. Sie war wegen „Beleidigung der islamischen Heiligkeiten“ zu sechs Jahren Haftstrafe verurteilt worden. Der Vorwurf beruhte auf einer unveröffentlichten Geschichte der Autorin über Steinigung im Iran.

(fh)