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Justiz droht mit harten Strafen für Anti-Kopftuch-Aktion

Den Frauen, die „organisiert und systematisch“ an Anti-Kopftuch-Aktionen teilgenommen hätten, drohten „harte Strafmaßnahmen“. Das sagte der stellvertretende Chef der iranischen Justiz Gholamhossein Mohseni Ejei am Sonntag. Wie hoch die Strafen sein würden, sagte er nicht. Paragraf 683 des iranischen Strafgesetzes sieht für Frauen, die sich nicht an die Kopftuchpflicht in der Öffentlichkeit halten, zwei bis zehn Monate Haft oder 5.000 bis 500.000 Tuman Geldstrafe, umgerechnet ein bis einhundert Euro, vor. Zudem hat er, die in den vergangenen Tagen wegen ihrer Proteste gegen die Kopftuchpflicht festgenommenen Frauen in drei Gruppen aufgeteilt: die der „Ahnungslosen“, die inzwischen „Reue gezeigt“ hätten, jene, die „unter Einfluss von chemischen Rauschmitteln“ an der Aktion teilgenommen hätten, und „einige, die die Aktion unter systematischer Anleitung“ durchgeführt hatten.
In den vergangenen Wochen waren in sozialen Netzwerken immer mehr Fotos von Frauen aufgetaucht, die in iranischen Städten ihre Kopftücher an einen Stock gebunden in die Höhe halten, um gegen die gesetzliche Kopftuchpflicht zu protestieren. Vergangenen Freitag teilte die Teheraner Polizei mit, 29 Frauen, die an der Aktion teilgenommen hatten, seien inhaftiert worden. Die Aktion wurde auch von Tausenden Internet-UserInnen unterstützt.

(fh)