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Zahl alleinerziehender Mütter gestiegen

Im Iran wurden 2018 rund 3,5 Millionen alleinerziehende Mütter gezählt, die ihren Lebensunterhalt selbst sichern müssen. Das teilte der Rat des iranischen Arbeitsministeriums mit, der für die Stärkung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt zuständig ist. Die meisten der betroffenen Frauen verdienten geringfügig und müssten aufgrund ihrer schwierigen finanziellen Situation dringend unterstützt werden, so der Rat. Es sollen sieben Komitees gegründet werden, die sich um die betroffenen Frauen kümmern.

Damit ist die Zahl alleinstehender Mütter von knapp 2,6 Millionen im Jahr 2015 um etwa 900.000 gestiegen. 70 Prozent der alleinerziehenden Frauen verloren ihren Lebenspartner durch Tod, zehn Prozent durch Scheidung und weitere zehn Prozent, weil dem Vater das Sorgerecht entzogen wurde. Acht Prozent waren nie verheiratet.

Soziale Stiftungen aus dem religiös-konservativen Lager schlagen immer wieder vor, man solle alleinstehende Mütter motivieren, wieder zu heiraten, um einen Familienversorger zu finden. Die Imam Khomeini Relief Foundation, die dem religiösen Führer des Iran, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, gehört, gab vor drei Jahren bekannt, 2.000 alleinstehende Frauen durch Beratung zu einer Eheschließung gebracht zu haben.

FrauenrechtlerInnen kritisieren solche Vorschläge und fordern stattdessen von der Regierung mehr staatliche Unterstützung für alleinerziehende Mütter.

(fh)