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Inhaftierter Regimekritiker erlitt Herzinfarkt

Der politische Häftling Mehdi Khazali hat einen Herzinfarkt knapp überlebt. Das teilte das persischsprachige Nachrichtenportal Saham News am Sonntag mit. Demnach soll der Regimekritiker und Blogger, der im Rajaei-Shar-Gefängnis nahe der Stadt Karaj einsitzt, am Samstag in das Imam-Khomeini-Krankenhaus in Teheran eingeliefert worden sein. Nach Angaben der Ärzte soll der 46-Jährige durch den Hungerstreik viel Wasser verloren haben, so dass sein Blut sich extrem verdickt habe. Außerdem habe er innerhalb der letzten acht Tagen rund 18 Kilo an Gewicht verloren. Der Gesundheitszustand seines Vaters sei nach wie vor kritisch, schreibt Khazalis Sohn Mohammad Saleh Khazali auf seiner Facebook-Seite.

Der Augenarzt Khazali war am 19. Juni in der nordiranischen Stadt Mahmoudabad verhaftet worden. Eine Woche zuvor hatte der Blogger mitgeteilt, der Staatsanwalt habe ihn wegen der Veröffentlichung eines kritischen Briefes an den Vorsitzenden des iranischen Expertenrats Ayatollah Mohammed-Reza Mahdavi-Kani ins Gericht einbestellt. Darin hatte Khazali dem ultrakonservativen Ayatollah Vetternwirtschaft und Korruption vorgeworfen.

Kurz nach seiner Festnahme war Khazali in den Hungerstreik getreten. Im Trakt 2 des Rajaei-Shahr-Gefängnisses werden überwiegend Schwerverbrecher festgehalten. Die Inhaftierung politischer Gefangener in dem Gefängnis erfolgt meist als Strafmaßnahme. Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt die katastrophalen Zustände in dem Gefängnis kritisiert.

(fh)