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Inhaftierter Journalist im Hungerstreik

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) hat die Verantwortlichen im Iran aufgefordert, sich um die Gesundheit des inhaftierten Journalisten Isa Saharkhiz zu kümmern. Ein entsprechendes Schreiben der ROG wurde am Dienstag auf persischsprachigen Nachrichtenportalen veröffentlicht. Saharkhiz ist seit Donnerstag im Hungerstreik. Er verweigert nicht nur die Aufnahme von fester Nahrung, sondern nimmt auch keine Flüssigkeit mehr zu sich. Laut Angaben seiner Familie ist sein gesundheitlicher Zustand massiv gefährdet.

Saharkhiz gehört zu den renommiertesten Journalisten des Iran. Er arbeitete jahrelang für reformorientierte Zeitungen. Unter dem Reform-Präsidenten Mohammad Khatami war der 63-Jährige Leiter der Presseabteilung des iranischen Ministeriums für Kultur und Bildung. Seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 wurde Saharkhiz wegen der Veröffentlichung kritischer Beiträge mehrmals verhaftet und saß für insgesamt vier Jahre in Haft. Zuletzt wurde er im Dezember 2015 in Teheran wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ festgenommen.

„Reporter ohne Grenzen“ wirft den Verantwortlichen in ihrem Schreiben „unverantwortliches Verhalten“ vor. Demnach sei Saharkhiz gezwungen worden, unwahre Geständnisse abzulegen. Zuletzt hatte der religiöse Führer des Iran, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, behauptet, eine „in die iranischen Medien eingedrungene Bande“, die von der US-Regierung gesteuert wurde, um politischen und kulturellen Einfluss im Land zu nehmen, sei aufgedeckt worden.

(fh)