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Inhaftierte Physik-Preisträgerin sendet Botschaft

Die Soziologieprofessorin Nayereh Tohidi hat am Montag in Vertretung der inhaftierten Physikerin und Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi den Andrej-Sacharow-Preis für Physik entgegen genommen. Die Auszeichnung der American Physical Society (APS) wurde in Columbus, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Ohio, verliehen.

Die APS ist eine gemeinnützige Organisation mit über 53.000 Mitgliedern, darunter PhysikerInnen aus Wissenschaft und Industrie aus den USA und der ganzen Welt.

Bei der Preisverleihung trug die iranisch-amerikanische Wissenschaftlerin Tohidi einen Brief Mohammadis vor. Demokratie im Iran werde nicht durch „Gewalt oder Krieg“ erreicht, sondern durch „Stärkung der zivilgesellschaftlichen Institutionen“, so die Botschaft der Oppositionellen aus Teheran. „Ich sitze hier im Gefängnis und fühle mich durch die Auszeichnung geehrt. Ich werde meine Bemühungen fortsetzen, bis wir Frieden, Toleranz gegenüber Andersdenkenden erreicht haben“, so Mohammadi.

Mohammadi wurde 1972 in Zanjan geboren und hat an der Imam-Khomeini-Universität in Qazvin Physik studiert. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie als Ingenieurin bei der Iran Engineering Inspection Corporation. Zudem veröffentlichte sie Artikel über Frauen- und Menschenrechtsverletzungen im Iran in diversen Reformer-Zeitungen. 2009 wurde sie von der Engineering Inspection Corporation entlassen. Mohammadi war auch stellvertretende Leiterin des mittlerweile verbotenen Zentrums zum Schutz der Menschenrechte, das bei Menschenrechtsverletzungen unentgeltlich juristische Unterstützung leistete. Sie wurde in den vergangenen Jahren mehrmals verhaftet. Im September 2016 bestätigte das Revolutionsgericht in Teheran in zweiter Instanz die im Mai verhängte 16-jährige Haftstrafe für Mohammadi.

(fh)