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Inhaftierte Britisch-Iranerin erleidet Zusammenbruch

Die im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftierte Britisch-Iranerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe hat einen Zusammenbruch erlitten. Das teilte ihr in Großbritannien lebender Ehemann Richard Ratcliffe am Montag mit. Zaghari-Ratcliffe ist vor zwei Jahren an der Wirbelsäule operiert worden. Ihr gesundheitlicher Zustand habe sich während ihrer mehrmonatigen Haft dramatisch verschlechtert, so Ratcliffe. Zwar habe der Gefängnisarzt sie bereits mehrmals an Neurologen und andere Spezialisten überwiesen, die Verantwortlichen verweigerten diese ärztliche Behandlung jedoch.

Zaghari-Ratcliffe, Projektleiterin bei der Thomson-Reuters-Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung zur Förderung von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Fortschritt, unabhängigem Journalismus und Rechtsstaatlichkeit, war am 3. April 2016 am Teheraner Imam-Khomeini-Flughafen festgenommen worden. Sie befand sich mit ihrer damals 22 Monate alten Tochter nach einem Besuch bei ihrer Familie in Teheran auf der Abreise nach Großbritannien. Das Kind wurde den Großeltern übergeben und befindet sich nach wie vor im Iran.

Im Januar war die fünfjährige Haftstrafe gegen die 37-Jährige in zweiter Instanz bestätigt worden. Demnach soll Zaghari-Ratcliffe in Verbindung mit iranischen Unternehmen und Organisationen gestanden haben, die mit dem Ausland zusammenarbeiten und einen so genannten „sanften Sturz“ im Iran planen.

Die Thomson-Reuters-Stiftung, die weltweit JournalistInnen ausbildet, bezeichnete die Vorwürfe gegen ihre Mitarbeiterin als haltlos: „Sie hat bei ihrer Arbeit nichts mit dem Iran zu tun“, sagte Stiftungsvorsitzende Monique Villa in der vergangenen Woche.

(fh)