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Historischen Häusern in Teheran droht Abriss

Der Stadtrat der iranischen Hauptstadt Teheran hat angekündigt, 64 Häuser im historischen Bezirk der Hauptstadt abreißen zu wollen. Das meldete die iranische Nachrichtenagentur MEHR am Montag. Mit dem Abriss sollen laut Stadtrat „Drogenabhängige und kriminelle Banden“ vertrieben werden, die sich in den Häusern aufhalten würden. Die iranische Kulturerbe-Organisation kritisiert das Vorhaben, da sich unter den Häusern auch denkmalgeschützte Gebäude befänden. Der stellvertretende Leiter der „Iran Cultural Heritage, Handcrafts and Tourism Organization“ (ICHO), Mohammad Hossein Talebiyan, sagte, der Stadtrat dürfe den Abriss ohne Zustimmung der ICHO nicht durchführen.

Die ICHO warnte bereits häufiger vor „Mafiabanden“, die im traditionsreichen Basarviertel Teherans historische Gebäude zerstörten, um an deren Stelle „Luxusbauten“ zu errichten, und dabei „von staatlichen Behörden“ unterstützt würden, so etwa Masoud Alavian Sadr von der Kulturerbe-Organisation. Auch das geplante Einkaufszentrum Saraye Delgosha ist ein Beispiel dafür. Die einstige Karawanserei, eine traditionelle Herberge für Reisende, wurde in der Zeit der Kadscharen-Dynastie (1779-1925) gebaut. 2007 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Durch Beziehungen zur Regierung von Mahmud Ahmadinedschad gelang es dem Inhaber des historischen Gebäudes 2010, den Denkmalschutz wieder aufheben zu lassen. Die Karawanserei wurde abgerissen. An ihrer Stelle sollte das Einkaufszentrum entstehen.

(fh)