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Hinrichtung ohne Ankündigung

Mahafarid Amirkhosrawi, der ehemalige Geschäftsführer der iranischen Holding Amir Mansour Aria Investment, ist am Samstag im Teheraner Evin-Gefängnis ohne vorherige Benachrichtigung seines Anwalts und seiner Familie hingerichtet worden. Sie habe von der Hinrichtung ihres Mannes aus den Medien erfahren, sagte Sara Khosrawi, Ehefrau des Hingerichteten, der Zeitung Shargh am Sonntag. Auch Amirkhosrawis Rechtsanwalt Gholamali Riahi soll vor der Hinrichtung seines Mandanten nicht informiert worden sein, so die Zeitung.

Amirkhosrawi war vor zweieinhalb Jahren im Zusammenhang mit einer der größten Unterschlagungsaffären des Iran verhaftet worden. Im Sommer 2011 war bekannt geworden, dass eine Gruppe um die Amir Mansour Aria Investment-Holding durch Manipulation von Kreditunterlagen rund 30.000 Milliarden Tuman, umgerechnet etwa zwei Milliarden Euro, von iranischen Banken veruntreut hatte. Der damaligen Regierung unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad wurde vorgeworfen, die Unterschlagung begünstigt zu haben. Insgesamt wurden damals 200 Personen aus Wirtschafts-, Finanz- und Regierungskreisen vernommen, gegen 39 Personen wurde ermittelt. Im Februar 2013 verhängte das oberste Gericht des Iran Todesstrafen gegen vier Hauptverdächtige, darunter auch Amirkhosrawi.

Dessen Anwalt hatte der Nachrichtenagentur ISNA am Mittwoch mitgeteilt, sein Mandant habe ihm am Dienstag von einem Schreiben an das religiöse Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, erzählt. Amirkhosrawi habe ihn jedoch gebeten, Details erst nach einer offiziellen Genehmigung durch die Justiz der Öffentlichkeit mitzuteilen, so Riahi gegenüber ISNA. Politische Beobachter sehen eine mögliche Verbindung zwischen der plötzlichen Hinrichtung und dem Schreiben Amikhosrawis an den Ayatollah.

(fh)