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Hedschab-Kontrollen ohne Genehmigung

Ab der kommenden Woche will eine Spezialeinheit der paramilitärischen Organisation „Ansare Hisbollah“ mit rund 4.000 Mitgliedern auf den iranischen Straßen verstärkt gegen „westliche Bekleidung“ vorgehen. Das gab der Chef der der Revolutionsgarde nahestehenden „Ansare Hisbollah“, Abdolmajid Mohtasham, bekannt, wie die Zeitung Shargh am Montag berichtete. Zwar solle die Operation landesweit stattfinden, der Fokus liege aber auf der Hauptstadt Teheran.

Mohtasham zufolge werden 3.000 Frauen und 1.000 Männer auf Motorrädern durch die Straßen fahren und vor allem Frauen verwarnen, die sich nicht an die islamischen Bekleidungsvorschriften halten. Die Frauen sollen laut Mohtasham jedoch nicht festgenommen, sondern nur mündlich, aber „ernst“ gewarnt werden. Die 4.000 SittenpolizistInnen würden sich gegenüber den betroffenen BürgerInnen nicht ausweisen, da sie keine entsprechenden Kennzeichnungen besäßen, kündigte Mohtasham an. Das iranische Innenministerium teilte mit, dass die Operation nicht gesetzmäßig angemeldet worden sei. Durch solche Hedschab-Kontrollen werde der gesellschaftliche Frieden gestört, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Hosseinali Amiri.

Seit die Regierung im Iran Frauen kurz nach der iranischen Revolution vor 34 Jahren per Gesetz dazu verpflichtete, in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen, wurde die Einhaltung der islamischen Kleidervorschriften durch Organisationen wie die Revolutionsgarde, die Basij-Milizen oder Ansare Hisbollah immer wieder kontrolliert. Während der Amtszeit des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad (2005-2013) wurden die Hedschab-Kontrollen von der Polizei selbst durchgeführt. Laut offiziellen Angaben wurden 2013 insgesamt 593.590 Iranerinnen auf den Straßen verwarnt. 3.672 von ihnen kamen wegen „nicht islamgerechter Bekleidung“ vor Gericht.

(fh)