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Hannover: Proteste gegen Ex-Justizchef

Rund 200 IranerInnen haben am Sonnabend vor dem International Neuroscience Institute (INI) in Groß-Buchholz bei Hannover gegen den ehemaligen Chef der iranischen Justiz, Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi, demonstriert. Der Vorsitzende des iranischen Schlichtungsrats liegt seit vergangener Woche in der Privatklinik, um sich wegen eines Hirntumors behandeln zu lassen.

Shahroudi war von 1999 bis 2009 iranischer Justizchef. MenschenrechtsaktivistInnen machen ihn für zahlreiche Hinrichtungen, unter anderem von mehreren Minderjährigen, verantwortlich. Der 69-Jährige gilt seriösen Quellen zufolge als möglicher Nachfolger des religiösen Führers des Iran, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei.

In einem offenen Brief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) übten iranische MenschenrechtsaktivistInnen Kritik daran, dass das Bundesland „diesem Schlächter“ eine Herberge gebe. Shahroudi, „an dessen Händen das Blut vieler Iraner klebt“, sei stattdessen „für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen und zu verurteilen“, heißt es in dem Schreiben.

Das INI wurde von dem iranischen Neurochirurgen Professor Madjid Samii gegründet. Auch er steht bei IranerInnen unter Kritik, da er für gute Verbindungen zu den Machthabern in Teheran bekannt ist. Während tausende Menschen derzeit im Iran mutig gegen die Machthaber protestierten, werde einer von deren engsten Vertrauten von einem iranischen Professor in Deutschland medizinisch behandelt, kritisieren auch UserInnen sozialer Netzwerke.

(fh)