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Geschlechtertrennung bei Studentenexkursionen

Laut einer neuen Verordnung sind geschlechtergemischte Exkursionen für Studierende künftig an allen iranischen Universitäten untersagt. Das verkündete der iranische Bildungsminister Mohammad Farhadi am Mittwoch. Es könnten aber Ausnahmen gemacht werden, wenn die Studierenden in Begleitung von Professoren seien, hieß es offiziell.

Damit werden bestehende Repressalien gegen StudentInnen weiter verschärft. Erst kürzlich hatten Studierendenorganisationen anläßlich des Tags der iranischen Studenten am 7. Dezember über zunehmende Sicherheitsmaßnahmen an iranischen Unis geklagt. Demnach werden etwa immer mehr von StudentenaktivistInnen organisierte Veranstaltungen verboten. Die Organisationen beklagen eine „Atmosphäre der Angst“ an den Universitäten und verlangen von der Regierung „sofortige Gegenmaßnahmen“.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte vor seiner Wahl im Juni 2013 versprochen, die strengen Kontrollen an den Unis zu beenden. Offenbar haben Repressalien gegen kritische StudentInnen jedoch zugenommen. Immer noch sitzen StudierendenaktivistInnen in Gefängnissen. Anfang Juni musste der Aktivist Arash Sadeghi ohne vorherigen Bescheid eine 19-jährige Haftstrafe antreten. Der Philosophiestudent war 2015 wegen der „unerlaubten Bildung einer Organisation“ und „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ vom Studium ausgeschlossen und von einem Revolutionsgericht in Teheran zu 19 Jahren Haft verurteilt worden, allerdings zunächst gegen Kaution freigekommen. Seine ebenfalls angeklagte Ehefrau, die Schriftstellerin Golrokh Iraie, wurde wegen einer nicht veröffentlichten Geschichte über Steinigung zu sechs Jahren Haft verurteilt.

(fh)