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Frauenzeitschrift verboten

Das iranische Kulturministerium hat die Frauenzeitschrift „Zanan-e Emrouz“, auf Deutsch „Frauen von heute“, verboten und Klage gegen sie eingereicht. Das meldete die Nachrichtenagentur MEHR am Montag. Demnach wird dem Magazin vorgeworfen, die so genannte „weiße Ehe“ zu rechtfertigen und „Propaganda“ dafür zu machen. Als „weiße Ehe“ wird im Iran das Zusammenleben von Paaren ohne Trauschein bezeichnet. Laut iranischer Gesetzgebung dürfen nur offiziell verheiratete Paare unter einem Dach leben.

Die „weiße Ehe“ verstoße gegen islamische und nationale Werte des Iran, heißt es in der offiziellen Erklärung des Ministeriums zu dem Verbot. Die Herausgeberin der Frauenzeitschrift, Shahla Sherkat, weist die Vorwürfe zurück. Das Magazin habe ausgewogen berichtet: „Wir haben auch mit Frauen gesprochen, die mit dieser Form von Zusammenleben Probleme hatten und dabei ihre Rechte als Frauen geschwächt sahen“, so Sherkat.

Vor allem in iranischen Großstädten wächst die Zahl junger Paare, die ohne Trauschein zusammenleben. Die monatlich erscheinende Frauenzeitschrift „Zanan-e Emrouz“ erschien 1991 erstmalig unter dem Namen „Zanan“, auf Deutsch „Frauen“. Nach 16 Jahren und 152 Ausgaben wurde die Zeitschrift dann verboten. Erst im vergangenen Jahr wurde der Herausgeberin Sherkat vom Kulturministerium wieder eine Veröffentlichungsgenehmigung erteilt.

(fh)