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Flugzeugtyp darf nicht mehr fliegen

Nach dem Flugzeugabsturz in Teheran mit 39 Toten hat Präsident Rouhani ein Flugverbot für alle Maschinen des Unglückstyps Antonow 140 angeordnet.

Am Sonntag war über der iranischen Hauptstadt ein Flugzeug des Typs Antonow 140 abgestürzt. Die kleine Passagiermaschine stürzte kurz nach dem Start in eine Lagerhalle im militärischen Bereich des Teheraner Flughafens Mehrabad. Ursache soll ein Motorschaden gewesen sein. Laut iranischen Nachrichtenagenturen starben alle 39 Insassen bei dem Absturz. Viele Leichen seien verbrannt und könnten nicht identifiziert werden. Unter den Toten sollen auch sieben Kinder gewesen sein. Bei dem Absturz in die Lagerhalle sollen es auch am Boden neun Verletzte gegeben haben. Einige schwebten in Lebensgefahr.

Der Flugzeugtyp Antonow 140 ist eine Gemeinschaftsproduktion der Ukraine und des Iran. Da der iranische Flugverkehr vom Westen sanktioniert wird, war die Islamische Republik in den vergangenen Jahrzehnten gezwungen, veraltete Tupolew- und Antonow-Maschinen aus Russland und der Ukraine zu kaufen. Vor diesem Hintergrund hatte der Iran vor zwölf Jahren einen Vertrag zum Bau der als unsicher geltenden Antonow 140 unterschrieben. Bisher seien acht solche Maschinen produziert worden, von denen drei abgestürzt seien, schreibt die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Das Flugzeug weise gravierende technische Mängel auf und dürfe gar nicht in Betrieb genommen werden, schreibt IRNA. Bereits erste Testflüge mit sieben jungen Piloten und über 40 Passagieren hätten zum Tod aller Insassen geführt. Das habe die Verantwortlichen jedoch nicht daran gehindert, die Inbetriebnahme der kleinen Maschine zu genehmigen. Nun hat Präsident Hassan Rouhani die Aussetzung aller Flüge mit der Antonow 140 angeordnet. Der Präsident hofft auf ein Ende des Atomkonflikts und damit auch sämtlicher Sanktionen gegen den Iran. Durch den neuen außenpolitischen Kurs der Islamischen Republik wurde vor drei Monaten bereits die Zusammenarbeit mit Boeing erlaubt. (fh)