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Empörung über verhüllte Statuen

Die iranische Internet-Community hat mit Empörung auf die Zensur in den Kapitolinischen Museen in Rom reagiert. Respekt für andere Kulturen dürfe nicht auf die Leugnung der eigenen hinauslaufen, so der Tenor. Ein Facebook-User schreibt: „Das ist kein Zeichen von Achtung vor anderen, sondern die Eliminierung der Unterschiede.“ „Nun wurde auch den Statuen von Da Vinci der islamische Schleier verpasst“, so ein anderer Kommentar. Es gehe nicht, dass man Andersgläubige, die in den Iran reisten, zwinge, sich nach islamischen Regeln zu verhüllen, in nicht muslimischen Ländern aber verlange, dass diese sich islamischen Werten anpassten, schreibt eine iranische Webuserin.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte auf seiner Italien-Reise am Montagabend den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi auf dem Kapitolshügel getroffen und war später in den dortigen Museen vor die Presse getreten. Dafür waren die MitarbeiterInnen der Kapitolinischen Museen angewiesen worden, antike Statuen nackter Körper zu verhüllen, um den Moralvorstellungen des muslimischen Präsidenten entgegenzukommen. Im Islam ist der Anblick nackter Körper in der Öffentlichkeit und die Abbildung von entblößten Menschen in der Kunst verboten.

Rouhani teilte vor seiner Abreise aus Rom am Mittwoch mit, dass es über diese Maßnahme im Vorfeld keine Absprachen gegeben hätte.

(fh)