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Einfuhrverbot für amerikanische Produkte

Die staatliche iranische „Organisation zur Förderung des Handels“ (Trade Promotion Organization of Iran) hat 227 US-amerikanische Produkte aufgelistet, die nicht mehr in den Iran eingeführt werden dürfen. Das teilte die iranische Nachrichtenagentur TASNIM am Mittwoch mit.

Auf der Schwarzen Liste stehen unter anderem Wohnaccessoires, Kosmetik- und Pflegeprodukte, Zigarren, DVDs und Musik-CDs, aber auch Lebensmittel wie Ketchup. Damit soll im Iran alles, was US-amerikanische Kultur repräsentiert, eingeschränkt werden.

Der US-Handel mit dem Iran stieg nach offiziellen amerikanischen Angaben trotz internationaler Sanktionen von 234 Millionen Dollar im Jahr 2011 auf 315 Millionen Dollar 2013. Dabei sollen US-Firmen vor allem Reis, Zellstoff und Molkereiprodukte, Medikamente und medizinische Ausrüstungsgegenstände in den Iran importiert haben.

Seit der islamischen Revolution vor 36 Jahren versuchen die Machthaber im Iran mit strengen Maßnahmen die Verbreitung „westlicher Werte und Kultur“  zu verhindern. Nach dem Atomabkommen der Gruppe 5+1 mit dem Iran scheint sich dies noch zu verschärfen. Das religiöse Oberhaupt des Iran, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, hat in jüngster Zeit mehrmals betont, die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Westen dürften die islamischen Werte des Landes nicht beeinflussen. Dennoch pflegen viele junge IranerInnen vor allem in Großstädten trotz strenger staatlicher Kontrollen einen modernen Lebensstil, kaufen westliche Produkte und kleiden sich modisch.

(fh)