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Die Proteste im Iran gehen weiter

Sechs Tage nach Beginn der Proteste im Iran sind dabei nach offiziellen Angaben 21 Menschen, darunter ein Revolutionswächter, getötet worden. Die Zahl der Verletzten ist bisher nicht bekannt. Mehr als 1.000 Menschen sind verhaftet worden. Nach Angaben des iranischen Innenministeriums seien mehr als 90 Prozent der Verhafteten unter 25 Jahre alt. 

In der Nacht zum Mittwoch gab es in mehreren Kleinstädten Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Am Dienstag hatte sich erstmals der iranische Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei zu den landesweiten Demonstrationen geäußert. Er sagte, die Proteste seien „vom Ausland gesteuert“. Es gebe noch mehr, was das iranische Volk wissen müsse, so der Ayatollah weiter, dazu wolle er sich aber zu einem späteren Zeitpunkt äußern.

Gestern hatte der Chef der Teheraner Staatsanwaltschaft, Moussa Ghazanfarabadi, die Demonstranten gewarnt. Mit jedem Tag, den die Proteste andauerten, werde die Strafe der Festgenommenen steigen, so Ghazanfarabadi. Hinter der „Randale“ stünden Irans Feinde USA, Israel, Großbritannien und Saudi-Arabien.

Demonstration in der Stadt Karaj:

In den vergangenen Tagen äußerten sich auch mehrere iranische KünstlerInnen zu den Protesten. Der populäre Sänger Alireza Assar sagte bei einem Konzert, er sei „gegen Gewalt und Randale. Aber meine persönliche Meinung ist, dass die Bevölkerung Recht hat.“

Die renommierte Filmschauspielerin Taraneh Alidousti bat die Verantwortlichen per Twitter, keine Gewalt gegen die DemonstrantInnen anzuwenden. Der preisgekrönte Filmemacher Jafar Panahi, der wegen seiner sozialkritischen Filme bis 2030 Berufsverbot hat, forderte auf Instagram ein „Referendum“. (fh) 

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