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Cannes-Premiere ohne Regisseur Panahi

„Drei Gesichter“, der neue Film von Jafar Panahi, wurde am Samstag in Abwesenheit des iranischen Regisseurs auf dem Internationalen Filmfest in Cannes gezeigt. Panahi war keine Ausreisegenehmigung erteilt worden. Sein Film wurde vom Publikum bei der Premiere mit minutenlangen Standing Ovations gefeiert.

„3 Faces“ wurde im Untergrund gedreht, da Panahi seit 2010 im Iran mit einem Berufsverbot belegt ist. Wie bei „Taxi Teheran“ spielt der Regisseur auch in seinem neuen Film selbst mit. In dem gesellschaftskritischen Werk geht es um die junge Marziyeh, die in einem Dorf im Nordwesten des Iran an der Grenze zur Türkei lebt. Sie hat die Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule in Teheran bestanden, aber ihre traditionelle Familie verbietet ihr die Ausbildung. Mit einem Selfie-Video, aus dem nicht klar hervorgeht, ob sie einen Selbstmord simuliert oder ihn tatsächlich verübt, versucht Marziyeh die iranische Star-Schauspielerin Behnaz Jafari in ihr Dorf zu ziehen.

Panahi wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt gewann er 2015 mit seinem Film „Taxi Teheran“ den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele in Berlin. 2010 wurde der 56-Jährige im Iran zu einer sechsjährigen Haftstrafe und zwanzig Jahren Berufs-, Ausreise- und Interviewverbot verurteilt. Panahi wollte damals einen Film über die oppositionelle „Grüne Bewegung“ drehen, die nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen von 2009 entstanden war. Der Film kam nie zustande.

(fh)