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Beisetzung der Opfer der Teheraner Brandkatastrophe

Tausende IranerInnen haben am Montag an der Beerdigung der 16 Feuermänner teilgenommen, die am 19. Januar bei dem Brand eines Einkaufszentrums in Teheran ums Leben gekommen waren. Auch Regierungsvertreter nahmen an der Beisetzung teil. Nach dem Brand des 17-stöckigen Gebäudes sind bislang 20 Leichen unter den Trümmern gefunden worden, darunter vier Zivilisten. Weitere sechs Personen werden noch vermisst. 

Der Brand war im neunten Stockwerk des Einkaufszentrums ausgebrochen und hatte sich rasch auf die darüberliegenden Etagen ausgebreitet. Zwar war es der Feuerwehr zunächst scheinbar gelungen, den Brand unter Kontrolle zu bringen, doch dann flammte das Feuer erneut auf. Vier Stunden nach Beginn des Brandes war das Einkaufszentrum in der Teheraner Stadtmitte dann eingestürzt.

Nach der Brandkatastrophe warfen tausende UserInnen in den sozialen Netzwerken dem Bürgermeister der iranischen Hauptstadt und dem Teheraner Stadtrat Fahrlässigkeit vor. Inzwischen wurde ein Ausschuss zur Untersuchung der Brandursache gegründet. Ihm gehören auch ein Vertreter der Feuerwehr und ein Geschäftsmann aus dem Einkaufszentrum an.

Das Plasko-Einkaufszentrum umfasste 600 Geschäfte und war eines der ältesten Shoppingcenter in Teheran. Es galt in den 1960er Jahren als höchstes Gebäude des Iran. Erbaut wurde es von dem jüdisch-iranischen Geschäftsmann Habib Elghanian, der es nach seiner Plastikfabrik benannt hatte. Elghanian war nach der Revolution 1979 im Iran unter anderem wegen Spionage angeklagt und hingerichtet worden. Danach wurde das Gebäude von der Freiwilligenmiliz „Basidsch-e Mostazafin“, der bekanntesten Untergruppe der Revolutionsgarde, beschlagnahmt.

(fh)